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7 Min. Lesezeit

Google-Bewertungen bekommen: Was erlaubt ist und was wirkt

Bewertungen entscheiden über die lokale Sichtbarkeit und darüber, wer angerufen wird. Der häufigste Fehler ist nicht, falsch zu fragen – sondern gar nicht.

Kurz gesagt

Google-Bewertungen bekommt man am zuverlässigsten, indem man direkt nach abgeschlossener Arbeit persönlich darum bittet und einen direkten Bewertungslink mitschickt. Der Link lässt sich im Google-Unternehmensprofil unter "Rezensionen anfordern" erzeugen. Gekaufte oder durch Rabatte erkaufte Bewertungen verstoßen gegen Googles Richtlinien und gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb – seit 2022 müssen Unternehmen zudem angeben, ob und wie sie die Echtheit dargestellter Bewertungen prüfen.

Warum Bewertungen doppelt wirken

Bewertungen beeinflussen zwei Dinge gleichzeitig, und beide sind geschäftsrelevant.

Erstens die Platzierung: Anzahl, Durchschnitt und Aktualität von Bewertungen zählen zu den Faktoren, mit denen Google die Reihenfolge in der lokalen Kartenübersicht bestimmt.

Zweitens die Entscheidung: Wer zwischen drei Anbietern wählt, klickt fast immer den mit den meisten und aktuellsten Bewertungen. Ein Profil mit vier Bewertungen aus 2023 verliert gegen eines mit fünfzehn aus den letzten Monaten – selbst bei gleichem Schnitt.

Der richtige Zeitpunkt

Der wirksamste Moment ist unmittelbar nach abgeschlossener Arbeit, wenn das Ergebnis frisch und die Zufriedenheit am höchsten ist.

Konkret: beim Abnahmetermin, direkt nach der Übergabe, oder am selben Abend per Nachricht. Wer zwei Wochen später fragt, bekommt deutlich seltener eine Antwort – nicht aus Unzufriedenheit, sondern weil der Anlass verblasst ist.

Vermeide Sammelaktionen, bei denen zwanzig Kunden gleichzeitig angeschrieben werden. Zwanzig Bewertungen an einem Tag fallen Google auf und wirken auch für Betrachter aufgesetzt. Regelmäßigkeit schlägt Menge.

Wie du praktisch fragst

Die Hürde muss so niedrig wie möglich sein. Jeder zusätzliche Klick kostet dich Rückmeldungen.

  • Bewertungslink erzeugen: Im Google-Unternehmensprofil unter "Rezensionen anfordern" gibt es einen Kurzlink, der direkt das Bewertungsfenster öffnet.
  • Persönlich ansprechen, dann den Link nachschicken: Die mündliche Bitte erhöht die Rücklaufquote deutlich gegenüber einer reinen Nachricht.
  • Kurz halten: "Wenn Sie zufrieden waren, würde mir eine kurze Bewertung sehr helfen" reicht. Lange Erklärungen wirken bittstellerisch.
  • Bei Handwerk und Dienstleistung: QR-Code auf die Rechnung oder den Übergabezettel drucken.

Was rechtlich nicht erlaubt ist

Hier wird es ernst, und die Rechtslage hat sich verschärft.

Gekaufte Bewertungen sind unzulässig. Ebenso Bewertungen, die mit einem Vorteil verknüpft werden – ein Rabatt oder ein Gewinnspiel gegen eine Bewertung ist eine unlautere geschäftliche Handlung.

Seit 2022 gilt zusätzlich: Wer Bewertungen darstellt, muss angeben, ob und wie er sicherstellt, dass sie von echten Kunden stammen. Wer erfundene Bewertungen zeigt, handelt irreführend nach § 5 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Praktisch heißt das: Selbst geschriebene Kundenstimmen auf der eigenen Website ohne nachprüfbare Quelle sind riskant. Ein verlinktes Google-Profil ist die sichere Variante – dort kann jeder selbst nachsehen.

Umgang mit negativen Bewertungen

Eine schlechte Bewertung ist weniger schädlich als die Reaktion darauf – oder das Ausbleiben einer Reaktion.

Antworte zeitnah, sachlich und ohne Rechtfertigung. Ein kurzes "Das tut mir leid, melden Sie sich gern direkt bei mir, damit wir das klären" wirkt auf alle weiteren Leser souverän. Rechthaberei wirkt umgekehrt.

Ein einzelner kritischer Eintrag zwischen guten Bewertungen erhöht sogar die Glaubwürdigkeit. Profile mit ausschließlich Fünf-Sterne-Wertungen wirken auf viele Betrachter unecht.

Löschen lassen kannst du nur Einträge, die gegen Googles Richtlinien verstoßen – etwa Beleidigungen, Werbung oder offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen. Unzufriedenheit allein ist kein Löschgrund.

Wie viele Bewertungen nötig sind

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist der Vergleich mit dem lokalen Wettbewerb.

Sieh dir an, wie viele Bewertungen vergleichbare Betriebe in deiner Region haben. Wer darüber liegt und regelmäßig neue bekommt, ist im Vorteil. In vielen Handwerksbranchen reichen zehn bis zwanzig, um deutlich hervorzustechen.

Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Frische: Fünf Bewertungen aus den letzten sechs Monaten wirken stärker als zwanzig aus 2021.

Häufige Fragen

Darf ich meine Kunden um eine Google-Bewertung bitten?
Ja, das aktive Bitten um eine Bewertung ist ausdrücklich erlaubt und von Google erwünscht. Unzulässig wird es erst, wenn die Bewertung mit einem Vorteil verknüpft wird, etwa einem Rabatt oder einer Gewinnspielteilnahme.
Kann ich eine negative Google-Bewertung löschen lassen?
Nur wenn sie gegen Googles Richtlinien verstößt, also etwa Beleidigungen, Werbung oder nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen enthält. Reine Unzufriedenheit ist kein Löschgrund. Melden lässt sich ein Eintrag direkt über das Unternehmensprofil.
Wie erstelle ich einen direkten Bewertungslink?
Im Google-Unternehmensprofil gibt es die Funktion "Rezensionen anfordern". Sie erzeugt einen Kurzlink, der beim Anklicken direkt das Bewertungsfenster öffnet – ohne dass der Kunde erst suchen muss.

Unsicher, was für dich passt?

Ich schaue mir deine Ausgangslage an und sage dir, was sinnvoll ist – auch wenn die ehrliche Antwort lautet, dass du keine neue Website brauchst.